Michael Weidner - Ausdauersport

Full-time-Job-Triathlet

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home News+Berichte Challenge Roth 2015

Challenge Roth 2015

E-Mail Drucken PDF

20150714_074802vor dem nächsten Rennen sollte man das vorherige abgeschlossen haben. Somit wird es nun höchste Zeit den Eventbericht der Challenge Roth respektive „Bruderduell 2.0“ fertigzustellen.
Bekanntlich ist es sportlich ja nicht so gelaufen wie ich mir das gwünscht hätte, daher hat die Suche nach Ursachen etwas länger gedauert und ist noch nicht zur Gänze abgeschlossen. Dennoch, und die Meinung teile ich vermutlich mit 99% der Roth-Reisenden, war es wieder ein tolles Erlebnis mit einem geilen Sportevent in der typischen Rother Triathlon-enthusiastischen Gegend. Wetter hatte diesmal auch wieder gepasst.

Zum Detail:
Wir hatten uns diesmal zusammen mit meinem Bruder Jens im Mini-Örtchen Stein im „Schnuckenhof“ direkt an der Radstrecke eingemietet. Jens hatte dort schon ein Zimmer mit dem für Rot typischen Homestay-Charakter im letzten Jahr bezogen. Entgegen meinem ersten Roth-start war mir wichtig, m Rennmorgen Problemlos zum Schwimmstart zu kommen, trotzdem seine Ruhe zu haben und auch sonst nicht alzu lange Wegestrecken absolvieren zu müssen. 2011 wohnten wir idylisch und „besser“ aber leider hinter Schwabach und somit mit Anfahrt von Norden her und mit ettlichen Kilometern. Diesmal hat alles gut geklappt.

DECATHLON.de - Sport for all - all for sport


Zeitlicher Ablauf: Anreise Freitag Mittag, gleich Startunterlagen holen, anschließend auf 1/2 Radstrecke bis zur Unterkunft fahren. Abends sind wir gemeinsam mit Jens und Annika zum Italiener. Dabei war auch Triathlon-Legende Jürgen Zäck von dem wir uns neben einigen Anektoden  noch Tipps fürs Rennen am Sonntag holen konnten.

20150711_164328Samstag zur menthalen-Vorbelastung früh morgens im Kanal Schwimmen, anschl. Frühstücken. Danach 30min Rad-Vorbelastung inkl. 3min im Bereich der FTP und 30 sec. Vollgas. Das Prozedere soll mit anschließender ordentlicher Zufuhr von Kohlenhydraten vom Ergebnis ähnlich einer Saltindiät sein aber wesentlich stressfreier für Geist und Körper. Nach letztmaligem Radcheck gings zum Rad Check-in. Hier ist es frühes erscheinen in Roth von Vorteil falls man nicht in einer langen Schlange Zeit verbringen will. Den restliche Nachmittag hatten wir dann am Rothsee mit Baden und Entspannen verbracht. Abends gings vor packen der Rennverpflegung nochmal zum Italiener, diesmal leider mit ordentlich Fahrzeit.

Race-day:
Aufstehen 4 Uhr, Abfahrt 5h, Rad mit Schuhen, Verpflegung und Garmin 310 XT bestückt. Anschließen Dixie-Besuch, Selfie-Versuch mit den anderen Lohrer Startern und Ablenkungen um die Anspannung möglichst gering zu halten. Gelang ganz gut, vermutlich weil ich einige Bekannte in der 7:05 Uhr Startgruppe hatte und die Wartezeit in der Viehschleuse zum See relativ kurzweilig war. Achtung: wegen absolut überfüllter Dixies galt es nochmal sich für den letzten Pit-stop zu improvisieren. Ich löste das Problem im Neo, Jens und diverse andere in den Büschen, was Ihnen schon vor Rennbeginn eine Gelbe Karte einer !!Kampfrichterin!! einbrachte.

SchwimmausstiegSchwimmen: 

Roth bzw. Challenge ist durch die Wellenstarts stressarm. Um die psychologische Belastung möglichst gering zu halten, war die Taktik „locker“ durchzuschwimmen kommen. Nach dem Start (vom rechten Ufer aus) bin ich gleich in einen guten Rythmus gekommen. Mal rechts, mal links ausatmen, Leute beobachten, Ablenken etc. Noch vor der ersten Wende sind wir - ich war mittlerweile in der Gruppe relativ weit vorne - schon auf die 5 bzw. 15min vorher gestarteten „Schnelle Alterklassenathleten“ und Frauen aufgeschwommen. Dadurch galt es ab jetzt auch mal nach vorne zu schauen. Ab Mitte der Schwimmstrecke wusste ich: das läuft und wurde gefühlt lockerer und schneller. Zwar wurde es zum Ende hin aufgrund der Vorher gestarteten Gruppen nochmal richtig voll, selten hat ein Schwimmen aber so viel Spass gemach. Unter 1h: Ziel erreicht.

Bike:
Nach einem zu langem Wechsel gings aufs Rad. Die Wiese der Wechselzone war noch relativ feucht sodass ich vor dem Anziehen der Socken die Füße nochmal vom Gras gesäubert hatte. Ich hatte die Schuhe samt Socken diesmal neben das Rad gestellt. Optimal für Roth für „Sockenfahrer“ ist es allerdings, Socken und Schuhe schon in den Wechselbeutel zu packen. Meine Radstrategie sah vor, mich im Bereich um 220W zu bewegen und an den Bergen immer unter 300W zu bleiben. Von Beginn an merkte ich, dass es schwer wird unter den Werten zu bleiben, die Beine waren gut. Das emotionale Highlight war auch diesmal wieder der Anstieg am Solarer Berh/Hügel. Also wer hier kein Grinsen im Gesicht hat ist selber schuld. Ich hatte teilweise den Zuschauern entgegengerufen und in aller Aufregung meine 300W-Grenze ausgehebelt. Es lief einfach richtig gut. Am Ende der ersten Radrunde (ca 85 km) standen 36,1 km/h bei 227W im Schnitt (Trotz Dixiebesuch) und keine muskulären Probleme. Im Kopf ging dann schon

Bike_Roth_1

 das Rechnen los: es läuft super, Bike-Sub5h kein Problem (war nie das Ziel): das wird ein schöner Tag. Jetzt noch anfangen richtig aufs Pedal zu drücken anstatt die Füße draufzulegen….Dann gings allerdings bergab: Ab km100 konnte ich kein Wasser mehr zu mir nehmen. Mit wurde schlecht. Ich reduzierte das Tempo etwas, nahm nochmal Salz (eigentlich schon in der Rennverpflegung) und hoffte das Problem mit möglichst geringem Schaden zu lösen. Leider gelang das zu 0%. Gredinger Berg ging noch relativ gut hoch, zwischendurch hatte ich an einer Verpflegung Iso aufgenommen weil das geschmacklich mehr bot als Wasser - Cola gibts leider erst in Solar. in der langen Abfahrt nach Obermäßing ging mir dann mein kompletter Mageninhalt bei 50km/h nochmal durch den Kopf. Bei einem Stop kurz danach folgte der komplette Rest. Dumm. Nichts drinnen, nichts rein, das kann heiter werden. Zwar hatte ich bis zum Schluss nie muskuläre Probleme, aber der Mix aus Übelkeit und Frustration nagte am Finish-Gedanke. Ich war sicher die Hausaufgaben hinsichtlich Ernährung gemacht zu haben. Das die Probleme nun schon auf der Radstrecke anfingen war nicht gut.
Irgendwann kurz vor Hilpoltstein war’s dann aus: Ausstiegsgedanken. Hätte ich im Startbereich meine Leute gesehen, wäre ich vermutlich links ab Richtung Auto abgebogen. Hab ich aber nicht. Radschnitt 2.Runde 32km/h, Gesamt 5h12, Akku leer, Ladegerät defekt….jetzt ja nur noch Marathon.

RUNNERS POINT

Laufen:
Run_finish_RothNach 179km saß ich irgendwie in der Wechselzone, ließ den Rücken eincremen und bin eigentlich nur losgelaufen, weil ich wusste, sobald meine Frau am Wegrand steht: Aufgabe, heim gehen, spätestens an der Lände wird der Spass vorbei sein. Leider (oder zum Glück) war aber niemand den ich kannte an der Strecke. Nachdem mich nach dem Gefühlten 3. Stop bei km 6 eine Zuschauerin wieder auf die Strecke gebrüllt hatte entwickelte sich der Gedanke, das „Ding auf jeden Fall Heim zu bringen“. Ich wusste: 5-6min / km gehen im Schlaf. Zeit war bis 22h, also mehr als genug. Problem war weiterhin die Übelkeit. Also bin ich zwischen den Stationen gejoggt und an selbigen (die immer länger wurden) gewalked. Ernährungstechnisch gab’s Cola, Cola mit Salz, Tuc-Kekse, Hühnerbrühe, Zitrone und Melone. Alles im Wechsel - was eben zu dem Zeitpunkt rein ging.
spätestens ab km10 wusste ich: das Ding schaffst du. Menthal ist halt die größte Herausforderung, sich von den großen Ambitionen zu trennen und kleine Brötchen zu backen. Körperlich war es dennoch hart: 4h20 Marathonzeit sprechen Bände. Einzig Positive beim Marathon: wieder keine Krämpfe (bis auf letzten Kilometer)

Finish / Afterrace:
Der Zieleinlauf war ein Erlösung. nicht mehr und nicht weniger. Im Zielbereich wartete schon Jürgen Renner, der an diesem Tag ein perfektes Rennen abliefern konnte. Glückwunsch nochmal und Danke für die Versorgung. Ich hatte immernoch das Problem: nichts drinn und es geht nichts rein. Jürgen brachte mich dann auch ins Medi-Zelt, wo die Docs meine Dehydrierung mit 2 Beutel Infusion wieder ausglichen. Geiles Zeug. nach 1h war ich wieder fit.
Anschließend gings per Shuttle das Auto holen, Sabrina abholen und in die Pension. Dort wartete schon mein Bruder. Er hatte ähnliche Magenprobleme und musste bei km15 aufgeben. Schade.

Resumé: Warum ist ds so gelaufen? die Frage konnte ich mir bis jetzt noch nicht beantworten. Klar: ich war in der ersten Hälfte minimal über den Vorgaben von 220 W. Allerdings hatte ich die auch nur runter geschraubt um auf Nummer sicher zu gehen. Und selbst wenn: dann erlebt man keinen solchen Einbruch in der 2 Hälfte. Wer im Training 130km über 230W fährt, darf ausgeruht im Wettkampf nicht bei 90km und 220W eingehen.
Die einzige Erklärung war, dass ich kurzzeitig zu viel Carbs im Magen hatte - Ursachensuche Läuft.

Was hat diesmal geklappt:
- gute Vorbereitung
- Tolles Schwimmen
- Top-Radbeginn
- Durchgezogen

Was hat nicht geklappt:
- Magenprobleme

Insgesamt war das sportlich ein hartes Werk und eher ein Beispiel zum abgewöhnen. Vom Gesamterlebnis war der Trip aber wieder eine Tolle Erfahrung. Danke nochmal an alle Unterstützer auf der Strecke.


LAST_UPDATED2  
Partner
Banner
Banner

Anmeldung

Wir haben 5 Gäste online